Dienstag, 31. Januar 2017

[Buchbesprechung] Mit einer Prise Orient

Was für ein Kochbuch! Ein Rezept nachgekocht und schwupps, konnte ich nicht mehr aufhören! Ich bin dem Buch verfallen, aber komplett.

Und jetzt langsam, ohne mit der Tür ins Haus zu fallen: Jacqueline Amirfallah ist erfolgreiche Köchin mit halb iranischen, halb deutschen Wurzeln, wuchs teils im Iran, teils in Deutschland auf und entdeckte während ihres Soziologiestudiums ihren Hang zum Kochen. Nun leitet sie ein Restaurant, eine Kulturkneipe und kocht auch im deutschen Fernsehen. Ich finde es fantastisch, dass sich unter der Heerschar an männlichen Köchen auch Frauen durchsetzen können!

Das Kochbuch ist wie alle Bücher aus dem AT-Verlag mit unglaublich viel Liebe gestaltet: ein hochwertiger Prägedruck ziert den Buchdeckel, eine Schleife, die man auch gleich als Lesezeichen entfremden kann, zeigt ein Bild der Autorin. Es gibt ein klar strukturiertes Register. Die Fotos von Hubertus Schüler sind wunderschön und erinnern mich an Stilleben. Dabei kugelt aber nicht alles an Lebensmitteln in der Gegend herum, sondern ist schön angerichtet auf  jeweils passenden Tellern oder in Töpfen. Ausnahme sind die Einleitungsfotos zu den Kapiteln, da kugelt alles durch die Gegend: Beim Kapitel "Hülsenfrüchte & Getreide" findet sich ein lebensfrohes Durcheinander von vielen verschiedenen Zutaten. Das passt dann aber auch immer perfekt zu den jeweiligen Kapiteln.

Neben Vorwort und Anhang sind die Kapitel "Gemüse", "Reis, Bulgur & Couscous", "Hülsenfrüchte & Getreide", "Fisch", "Fleisch", "Süßes". Darüber hinaus finden sich Einschübe, mit denen auf einer Seite bei uns eher selten vertretene Gewürze genau erklärt werden, auf der gegenüber liegenden Seite ist das entsprechende Foto zu sehen.

Mit über 200 Seiten ist das Buch umfangreich, aber noch nicht so ein Wälzer, dass man es kaum in den Händen halten kann. Die Rezepte sind alle gut nachkochbar und es wird nicht mit so exotischen Zutaten gearbeitet, dass man sie von sonst wo bestellen müsste. Ich bekomme hier alles, was an "Exotika" gebraucht wird, in einem kleinen Asia-Laden, den Rest kann man im Supermarkt oder am Bauernmarkt kaufen.

Die Rezepte sind gut beschrieben und daher auch sehr schön zum Nachkochen. Was mir auch sehr gut gefällt: Es gibt Rezepte für jeden Schwierigkeitsgrad. Die beiden ersten Fotos hier, die Artischocken und das Bohnenpüree, sind einfache Alle-Tage-Gerichte, die man ohne Probleme auch nach einem arbeitsintensiven Tag kochen kann. Es sind aber auch Rezepte in den Buch, die total raffiniert sind und bei denen sich jeder Gast einen Nachschlag wünscht (Hab ich ausprobiert, ist wirklich so!). Es sind jetzt auch nicht Rezepte frei nach "Hier kocht Muttern", sondern das sind wirklich schöne und raffinierte Sachen, die gar nicht den schalen Beigeschmack nach schwerer Traditionsküche mitbringen.



Artischocken
Bei uns war das mit Erdäpfeln zusammen ein einfaches Abendessen: Die Artischocken werden mit verschiedenen Gewürzen und realtiv viel roter Zwiebel gebraten und schmecken sehr schön.


Bohnenpüree
Ja, kennt man. Glaubt man! Es ist aber wieder die Würze das gewisse Etwas, vor allem aber die Granatapfelkerne oben drüber gestreut, die das Püree besonders machen. Wir haben es mit Pfannenbrot aus dem Kochbuch gegessen, war beides super!

Suppe von der Räucherforelle
Mein persönliches Highlight! Nose to Tail von der Forelle quasi. Ich werde das Rezept noch in einem eigenen Postingvorstellen, weil das kann ich auf keinen Fall unter den Tisch fallen lassen.












Zucchiniküchlein mit Walnüssen und Rosinen
Man kann nie genug Zucchinirezepte haben, denn irgendwann im Sommer kommen alle Gartenbesitzer mit einem Riesenprügel von Zucchini daher. Dieses Rezept stelle ich daher im Sommer vor. Es ist ein wirklich gelungenes Küchlein, das durch Ingwer und Kreuzkümmel, dazu Walnüssen und Rosinen einen orientalischen Touch bekommt.


Schokoladenmousse mit Schokosand
Das ist jetzt das Dessert, von dem ich oben geschrieben habe, dass man damit rechnen muss, dass Gäste unbedingt einen Nachschlag haben wollen.
Es besteht aus 3 Komponenten: Mousse, Schokosand (aus eigens dafür gebackenem Teig geschreddert) und Kakaobaiser.
Noch dazu hat das den Vorteil, dass man danach nicht dasteht und schon wieder ein paar Eiklar übrig hat, also wieder Nose to Tail.






Ja, das wär's dann. Von mir eine ganz klare Kaufempfehlung, wenn man auch nur den Hauch an Interesse an persisch inspiriertem Essen hat. Es sind sowohl Rezepte für Anfänger als auch für Fortgeschrittene in dem Buch, solche für jeden Tag und solche für Feiertage. Für mich ist nach lange nicht Ende mit dem Nachkochen. Da finden sich noch etliche Lesezeichen im Buch, die ausprobiert werden wollen.

Fakten zum Buch
ISBN: 978-3-03800-873-6
Einband: Gebunden
Umfang: 208 Seiten
Kostet: 35,90 €

Danke an den AT-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Kommentare :

  1. Uiuiui, ich fürchte, da muss ich doch mal wieder meine guten Vorsätze durchbrechen und zuschlagen ;-)

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    1. Solche Vorsätze kenne ich. Die kann man einfach nicht einhalten.

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  2. Also die Köchin kenn ich aus dem bayer. Fernsehen und die ist so richtig sympathisch und wenn die kocht bin ich eh immer ganz hypnotisiert, da kann ich mir das Buch auch gut vorstellen!
    Wann kochst du nur die vielen Köstlichkeiten ???
    Spiegelglatte Grüße aus Bayern,
    Doris

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    1. Leider habe ich die Köchin noch nie gesehen, aber ich sollte wohl mal ihre Sendung anschauen, wenn du so schwärmst.

      Bei uns ist es auch spiegelglatt. Als ich in der Früh raus bin, war sogar die Türschnalle total zugefroren. Pass gut auf dich auf!

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    2. Lieb von dir, aber ich geh heut eh net raus . . . bin leicht grippisch ;)
      Und die Köchin ist auch noch eine ganz hübsche!

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    3. Stimmt. Sie schaut auch auf dem Schleifchen schön aus.
      Gute Besserung, du Arme!

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    4. Danke! . . . ist aber nicht dramatisch ;)

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    5. Na dann reich ich dir wenigstens ein Taschentuch durch die Leitung!

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  3. na, das juckt mich ja tatsächlich auch mal. Vor Allem das Schoko-Dessert, da hätte ich jetzt gleich gerne einen Nachschlag, bitte...

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    1. Liebe Christine,
      ich kann das Schokodessert gern einmal vorstellen, wenn es dich genauer interessiert. Ich hab nur keine schönen Fotos, also würde ich es gern noch einmal nachmachen, damit ich es schicker in Szene setzen kann.

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  4. Ich hab mich jetzt wiederholt um das Buch gedrückt (hatte es für die Weihnachtsverlosung zuhause und hab es schweren Herzens losgeschickt...) und jetzt schwärmst Du auch noch. Ich muss seufzen.

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    1. Autsch! Das ist keine gute Entscheidung gewesen. 😔

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    2. Keine Entscheidung. Ich habe es ja zum Verlosen bekommen. Der Fehler war, dass ich rein geschaut habe...

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    3. Du bist zu ehrlich: Decknamen ausdenken und mitspielen. ;)

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    4. Na für die Zukunft ... 😈

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  5. R. sagt, ich soll ab sofort deinen Blog meiden. Zumindest deine Kochbuchempfehlungen => wir brauchen ein neues Bücherregal! :-)
    Freu mich schon auf das Buch & DANKE für die tolle Empfehlung!
    Verena

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    1. Hihi, das freut mich, dass ich dich so angefixt habe. 😁
      Man braucht als Foodblogger IMMER ein neues Bücherregal! Das bleibt nicht aus.

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  6. Oh, das siseht aber alles toll aus <3 ich hab mir allerdings gerade schon ein Buch gekauft, grummel...

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  7. Ha! Das habe ich in der Bücherhalle schon gesehen. Nur kann ich mit den meisten "Orient"-Büchern wenig anfangen. Aber wenn du so schwärmst...

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    1. Schau doch mal rein. Vielleicht findest du ja Gefallen dran.

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  8. das Buch sieht wirklich sehr schön aus!
    die Rezepte klingen spannend und dass man alles verwertet klingt sehr sympathisch

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    1. Und vor allem funktionieren die Rezepte!

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