Sonntag, 29. Januar 2017

Powidlbuchteln mit Kanarimilch

Ja, ich und Buchteln. Ich liebe diese Dinger ja innigst. Aber noch nie waren sie mir so wunderschön gleichmäßig gelungen, wie man sie auf Fotos oft sieht. Meine liebe Freundin, die Giftige Blonde, hat über mich gelacht, weil ich sonst ja auch nicht so pingelig bin, und hat zu einer Challenge aufgerufen. Und ich freu mich sehr, dass einige ganz liebe Bloggerinnen mitmachen:
Sina, die Giftige Blonde,  Petra von Obers trifft Sahne,  Maria, das Mädel vom Land,  Friederike vom Fliederbaum, Christina, the apricot lady, Anikó von Paprika Meets Kardamom und Verena kocht.

Und ich weiß jetzt auch, wie das mit den gleich großen Buchteln geht: Man wiegt einfach den gesamten Teig ab und teilt ihn in 20 bis 25 gleich schwere Teile. Eigentlich kein Problem, mit dem ich mich lang herumschlagen hätte müssen!

Noch ein Problem hat sich in der Zwischenzeit gelöst, nämlich das mit dem Powidl. Meine liebe Leserin Doris, die mir sogar einen Gastbeitrag spendiert hat, hat mir verraten, wo ich Powidl bekomme. Die Biosupermarktkette Denns hat Produkte der ungarischen Firma Tarpa, und zwar Sauerkirschmus, Aprikosenmus und Zwetschkgenmus - dem bundesdeutschen Markt sei Dank, nun haben wir Powidl, der sich Mus nennt! Aber egal, alle drei "Mus"-Sorten schmecken hervorragend, das Zwetschkgenmus wird ohne jeglichen Zuckerzusatz gekocht und für ein kleines Glaserl wird eine Unmenge an Zwetschken verwendet, wie sich das halt für Powidl gehört.


Für 20 bis 25 Buchteln (je nach gewünschter Größe)
500 g Mehl (glatt)
80 g Kristallzucker
80 g Butter + ca. 100 g Butter zum Backen
20 g Germ (= Hefe)
ca. 3/16 l Milch
4 Eigelb
1 Prise Salz
Schale von 1 Zitrone, fein abgerieben
1 TL Vanillezucker
Powidl (festere Marillenmarmelade gilt auch)
Staubzucker zum Bestreuen

Ungefähr ⅓ der Milchmenge handwarm erwärmen, die Germ reinbröseln, glatt rühren, ca. 1 EL Mehl einrühren, alles flächendeckend Mehl bestäuben. Dampfl nennt man das hierzulande. Das mit dem Bestäuben macht man übrigens deswegen, damit man sieht, ob die Germ die Kraft hat, das Mehl zu heben. Wenn sich Risse im Mehl zeigen, hat die Sache mit dem Dampfl geklappt.

Die übrigen ⅔ der Milch mit Butter, Salz, Vanille und Zucker ebenfalls handwarm erwärmen, damit die Butter schmilzt. Das Mehl in eine Schüssel geben, Dampfl und die Milchmischung dazugeben, die Zitronenschale hineinreiben, Eidotter dazutun und alles zu einem glatten Teig verkneten. Mit einem sauberen Hangerl (Deutsche nehmen ein Geschirrtuch) zudecken und an einem warmen Platz gehen lassen. Ich hab ja nun keinen Hund mehr (ich seufze einmal ganz tief 😔) und stelle den Teig neben den Heizkörper auf den Boden - nicht oben drauf, das wäre zu warm.

Die restliche Butter schmelzen.

Wenn der Teig auf doppelte Größe aufgegangen ist, einmal mit der Faust zusammenstoßen. Ich habe bisher immer die Methode gemacht, den Teig auszurollen und mit dem Teigradel in gleich große Stücke zu schneiden. Aber weil ich gleich große Buchteln haben wollte, habe ich eine Teigrolle geformt, gleich ausschauende Stücke abgeschnitten und dann gewogen. Erkenntnis: Auf meine Schätzung, was gleich groß ist, ist Null Verlass! 🙄

Die Teigstücke platt drücken und je einen Löffel Powidl oder Marillenmarmelade in die Mitte geben.  Rund formen und die Verschlusstelle sehr gut zudrücken. Und nun kommt der Grund, warum ich bei Buchteln die Form nicht mit Butter ausstreiche: Man taucht die ganze Buchtel in die flüssige Butter. Die Buchtel mit der Veschlussstelle nach unten in die Form setzen. Dabei wird die Form ausreichend mit Butter benetzt.

Buchteln noch einmal auf die doppelte Göße aufgehen lassen, mit Butter bepinseln und ins auf 180 Grad (Ober-/Unterhitze) vorgeheizte Rohr stellen. Ca. 25 bis 30 min. backen, dabei noch etliche Male mit Butter einpinseln.

Wenn die Buchteln goldgelb gebachen sind, aus dem Rohr nehmen, überkühlen lassen, mit Staubzucker bestreuen und servieren - für mich am liebsten mit Kanarimilch.



Kanarimilch:
¼ l Milch
¼ l Schlagobers
100 g Zucker
20 g Vanillezucker (selbst gemacht)
4 Eigelb

Alle Zutaten über einem heißen Wasserbad aufschlagen.

Diese Sauce hat schon gute Bindung, aber ist deutlich flüssiger als Vanillesauce. 


Wie immer war es ein Festessen. Schmecken genau so gut wie ungleich große Buchteln. 🙃

Rezeptquelle für die Buchteln: Franz Maier-Bruck "Das große Sacher-Kochbuch"
Rezept für die Kanarimilch: Hab ich schon immer so gemacht.


Und nun noch die Buchteln meiner Mitstreiterinnen:

Sina, die Giftige Blonde

Friederike vom Fliederbaum
 
Petra von Obers trifft Sahne
Christina, die Marillendame
Anikò von Paprika meets Kardamom
Verena von Verena kocht
Maria, das Mädel vom Land



Kommentare :

  1. Schen schauen se aus :)
    Lecker sind sie bestimmt auch :)

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    1. Danke! Und ja, sie schmecken sehr gut. :)

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  2. Na wenn das keine perfekten Buchtteln sind?
    Wobei mir die von dir auch schon gefallen haben, wo du ganz unzufrieden bist.

    Und ja..damit dass sie gleichmässig genauso gut schmecken wir ungleichmässig hast du recht..ich weiß das ggg

    Schönen Sonntag!

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    1. Ach, bist du auch Meisterin der größenflexiblen Buchteln? 😉

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  3. Ohhhhh Susi, wie gern würd ich heut so eine zum Kaffee naschen . . . ich tät sogar aufs Mittagessen dafür verzichten!
    Schönen Sonntag,
    Doris

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    1. Leider darf ich heute rein gar nichts zum Kaffee essen, denn wir hatten gestern einen Gugelhupf-Ausrutscher sondersgleichen. 😵

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  4. Wunderbare Buchteln, die sehen so fluffig aus. Und Kanarimilch ist natürlich mal wieder ein Ausdruck, den ich überhaupt nicht kenne.

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    1. Die Kanarimilch hat es wohl nie über die österreichischen Grenzen hinaus geschafft. ;)

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  5. sollte denns das gewünschte mal nicht liefern können (ich vermisse meinen wikingersenf sehr), müller hat auch zuckerfreien powidl im sortiment :)

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    1. Danke, Josephine! Müller habe ich sogar näher als Denns, da werde ich hinschauen.

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  6. Herrlich! Und Kanarimilch, den Ausdruck kannte auch ich nicht!
    Ich hätte hier eine ziemlich genaue Waage, falls du dereinst... Ich würde dann die Füllung übernehmen, auch wenn es hier keine Zwetschken gibt – Mango oder so? Das würde doch auch ganz gut zur Kanarimilch passen!

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    1. Ich kann ja außer dem Sellerie und dem Fenchel gern noch Powidl mitbringen. :)

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  7. Ich habe tatsächlich noch nie im Leben Buchteln gegessen. Schaut so aus, als müsste ich das schleunigst ändern. :-)

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    1. Also, liebe Eva, das geht gar nicht! Buchteln sind das Wohlfühlessen! Rettet jeden schlechten Tag.

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  8. Kanarimilch... kicher. Hab ich noch nie gehört, würde ich aber sicher sehr mögen. Und diese Buchteln sowieso <3 irgendwie ist doch Januar/Februar perfekt für Hefegebäck, oder?
    Schönen Sonntagabend liebe Susi!

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    1. Liebe Britta,
      ich finde schon, dass solche üppigen Germteige um diese Jahreszeit sehr gut passen.

      Auch dir einen schönen Sonntagabend!

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  9. was für formschöne Buchteln! Ich hab meinen Teig auch zum 1.x abgewogen, ist keine schlechte Methode!!
    den Tipp für die Muse habe ich übersehen, gehe dem aber sofort nach!

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    1. Liebe Friederike,
      und ich habe bei der Challenge gelernt: Man kann erstaunlicherweise auch die halbe Teigmenge machen. So haben wir alle was davon gelernt. :)

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  10. Hach, die Buchteln! Meine letzten hab ich auch gewogen.... und ich denke ich werd noch welche nachreichen. Blöde Grippe, die mir den Elan und die Zeit geraubt hat! Deine Powidl-Buchtl jedenfalls, die gefallen mir sehr gut und die Milch dazu erst recht, genau so hab ich die Sauce gerne.

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    1. Tut mir leid, dass dich die Grippe so lahmgelegt hat, du Arme!

      Mich hat heute dein Kuvert erreicht. Vielen, vielen Dank!

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  11. Also ich hab ja deine Buchteln, die Ausgangspunkt für die Challenge war, nicht gesehen ... Aber ich vermute, sie sind dir ebenso gut gelungen wie diese hier! Mjam :-)))

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